Fortschrittliche Rollenspiel Entwicklung in Deutschland

!!! Einreichungen sind vom 1. Juni bis 25. September 2020 möglich. !!!

Seit langen Jahren hat es kaum ein Wochenende gegeben, an dem nicht irgendwo in Deutschland Larp gespielt wurde. Wenn nicht in einem weit abgelegenen Waldgebiet, dann eben mitten in der Stadt. In diesem Jahr liegen die Locations brach und es ist kaum abzusehen, ob noch Larps stattfinden können, zu denen Spielende auch physisch zusammenkommen. Doch eine Pandemie hält Live-Rollenspielende nicht auf. Längst haben kreative Köpfe begonnen, das Larp-Vakuum mit neuen Formaten zu füllen: Larps im virtuellen Raum, die intensive Rollenspielerlebnisse hervorbringen und bei denen zugleich niemand die eigenen vier Wände verlässt. Diese Formate und Ideen sind nicht durchweg neu. Aber sie werden nun, auch aus gegebenen Umständen, von einer viel größeren Zahl und Bandbreite an Rollenspielenden praktiziert. Online-Larp-Plattformen und -Festivals sprießen in immer höherer Zahl aus dem Boden.  

Es ist nur schlüssig, diese Entwicklung in den Fokus des diesjährigen FRED zu rücken. Seit über 15 Jahren verleiht der Deutsche Liverollenspiel-Verband den Preis für fortschrittliche Rollenspielentwicklung in Deutschland (kurz: FRED) und auch dieses Jahr wird die Trophäe für besonders einfallsreiche und bemerkenswerte Projekte vergeben.

In der jüngsten Zeit haben sich Netzwerke und Communities gebildet, in denen viel gespielt und ausprobiert wird. Diese setzen sich zumeist aus internationalen Spielenden zusammen. Viele der Spiele sind kurzweilige Mini-Larps, die für den virtuellen Raum ummodeliert werden, andere werden schon lange in solchen Communities gespielt oder sind ganz neu entstanden. Der FRED 2020 zeichnet deshalb in diesem Jahr Spiele aus, die zwar in diesem Kalenderjahr und in Deutschland konzipiert wurden, aber durchaus auch international gespielt werden. Selbstverständlich können auch Larp-Projekte eingereicht werden, die trotz der Kontaktbeschränkungen oder vor deren Eintreten stattfinden konnten.

Online-Larps zu spielen ist ganz anders. Aber jedes Live-Rollenspiel ist anders, immer. Manche Spielelemente und Eindrücke kann es in einem Online-Spiel nicht geben, dafür rücken andere Elemente und damit auch Spielinhalte in den Vordergrund. Genau so vielfältig wie die neuen Formate sind deren Namen: LAOG (Live Action Online Game), DARP, LORE, LORP und weitere. Was diese Konzepte verbindet, dass darin live und physisch Rollen gespielt werden. Die Wohn- und Schlafzimmer der Beteiligten werden zu Larp-Schauplätzen.

Derzeit hat das Team hinter dem FRED alle Hände voll damit zu tun, Konzept und Durchführung des Preises an die Umstände anzupassen. Es steht aber fest: auch 2020 wird es einen FRED geben. Genau so wird es eine öffentliche FRED-Verleihung geben, möglicherweise wird sie allerdings in den virtuellen Raum umziehen. Ein Larp-Webmagazin titelte noch im März: „Will LARP survive the upcoming pandemic?“. Das scheint sicher. Doch wie wir danach Larp spielen, das wird die kommende Zeit zeigen.